Kleine Zeitung  






  

Freunde muss man verstehen wollen

Kinder und Hunde könnten die besten Freunde sein. Aber immer wieder werden Kinder von Hunden gebissen. Wie sich beide verstehen können, zeigt Schulhund Bastian.

Schulhund Bastian wartet geduldig
auf seinen Auftritt.

Bastian hat die Ruhe weg. Der viereinhalbjährige Golden-Retriever-Rüde ist mit seinem Herrchen Alfred Orth in der 2.a-Klasse der Volksschule Schirmitzbühel in Kapfenberg zu Gast: Um den Kindern zu zeigen, wie Hunde "ticken".

Spiel mit mir. "Was glaubt ihr, wie zeigt Bastian seine Angst", fragt Orth. Mit Hilfe von Zeichnungen vermittelt er den Kindern die Gefühlsausdrücke von Hunden: Vorderpfoten unten, Hintergestell in der Höhe, Schwanz ebenso: Das ist der Ausdruck von Freude und die Aufforderung "Spiel mit mir". Und wenn ein Hund auf ein Kind zukommt? "Nicht zappeln, Hände unten lassen und den Hund nicht anschauen", sagt Orth. Wieso die Hände unten? Orth zeigt den Kindern, warum. Bastian macht "Sitz" und Orth hebt die Hände hoch. Schon sind beide Vorderpfoten Bastians auf Orths Oberkörper: "Bastian glaubt, ich habe was für ihn in den Händen".

Schnuppern. Und wenn man einen Hund trifft und ihn streicheln möchte? Im Rollenspiel lernen die Kinder, wie es geht: Zuerst den Besitzer fragen, den Hund dann ein wenig an der Hand schnuppern lassen. Orth: "Aber wenn der Hundebesitzer nicht will, dass der Hund gestreichelt wird, dann muss man das akzeptieren. Alle Hunde sind nicht so gutmütig wie Bastian."

Eingespieltes Team. Orth und Bastian sind ein eingespieltes Team - und ausgebildet, um mit Kindern zu arbeiten. Eine Stunde schon ist Bastian in der Klasse. Dass es um ihn herum wuselt, bringt ihn nicht aus der Ruhe. Schon gar nicht, wenn Kinder ihn streicheln. "Aber ich beobachte ihn genau", sagt Orth. Denn Bastian zeigt ihm, wenn er gestresst ist. Etwa, wenn er sich mit der Zunge die Lefzen schleckt.

Vertrauen. Victoria darf nun etwas aus einer mitgebrachten Tasche nehmen: Gummibären. Eines wird an einen Faden gebunden und hochgehalten, Victoria muss es so essen. "Das ist nicht leicht ohne Hände", sagt Orth. Deshalb soll man Hunde beim Fressen nicht stören. Adonita ist bis jetzt weit weg gesessen, sie hat Angst vor Hunden. Nun hat Bastian ihr Vertrauen gewonnen und Adonita traut sich für das Spiel mit den Gummibären in seine Nähe.

Auf "Fell"-Fühlung. Danach kommt Bastians Körperbau dran. Wieviele Zähne? Wieviele Krallen? "Bekommen Hunde Wackelzähne?", fragt Adonita. Ja, denn auch Hunde haben einen Zahnwechsel. Zum Schluss beweist Bastian seine ganze Geduld und Adonita ihren ganzen Mut: Sie darf Haarklammern auf Bastians Fell verteilen und Manuel nimmt sie mit verbundenen Augen wieder ab, so kann er den Körper des Hundes ertasten. Klassenlehrerin Barbara Seidl ist erstaunt: "Dass sich ein Hund das gefallen lässt, ist selten." Seidls Resümee: "Wenn ein Kind, das Angst gehabt hat, sich nicht mehr fürchtet, dann hat diese Schulstunde Sinn gehabt."

Text: Michaela Auer, Fotos: Orth

Link zu originalem Beitrag der Kleinen Zeitung online














































  






Bastian zu Gast bei MemaTV - Video Bastian zu Gast bei MEMA TV
>> Zum Video von Bastian gehts hier lang - (www.schulhund.at)